Das Versprechen der Resonanz

 

Die Residenz findet im Rahmen des Programms NEUSTART KULTUR #TakeHeart Residenzförderung in Verbindung mit einer Spielstätte des flausen+bundesnetzwerk statt. 

 

gefördert mit Mitteln des :


2022

Der Mensch ist ein auf Bindung angelegtes Wesen. Von der Wiege bis zur Bahre sind wir im Austausch mit unserem Umfeld, sei es belebt oder unbelebt. Denn Bindung setzt das Empfinden von Resonanz voraus. Wir setzen unsere Umwelt in Schwingungen und sie findet Widerhall in uns. Unser Körper ist dabei unser Resonanzraum und zugleich unser, nie ganz beherrschtes, Instrument in der Welt. Doch auch jenseits unserer Körper hat jeder Raum seine, je nach Architektur oder Topographie und Raumausstattung, ganz eigene Resonanzeigenschaften. In einer zweimonatigen Residenz am Freien Werkstatt Theater Köln gehen wir in einer künstlerischen Recherche Fragen nach wie: Lassen sich verschiedene Stimmen mit ihren individuellen Frequenzspektren und Sprachmelodien auf verschiedene Räume „projizieren“. Was passiert, wenn wir dieselbe Stimme in diesen Räumen wieder und wieder überschreiben? Was, wenn wir sie im selben Raum überschreiben? – Und was, wenn wir verschiedene Stimmen in verschiedenen Räumen überschreiben? … Was bleibt jenseits des gesprochenen Wortes? Was hallt wider?

Neben diesen ästhetischen Experimenten im Probenraum, möchten wir zu Tischgesprächen im Theater wie im exponierteren Stadtraum einladen, und damit ganz konkrete Resonanzräume schaffen, in denen, von uns moderiert, verschiedene Generationen miteinander in Austausch kommen können – auch über Fragen der Resonanz....

 

 


Wo, in wessen Gegenwart, in welchem Kontext kann ich sie empfinden? Ändert sich diese Erfahrung über die Lebensjahre? Spielt der kulturelle Hintergrund dabei eine Rolle? Und welche Bedeutung kommt Körper und Stimme beim Empfinden und Geben von Resonanz zu?


Termine:

21.5.+ 24.+25.6.2022 im FWT

Von und mit Polar Publik.


Rückmeldungen aus unseren Tischgesprächen:

"...Das war wirklich ein ungewöhnlich schönes Erlebnis.(...)Es hat bei mir sehr viele neue Gedankengänge ausgelöst. Und ich habe eine grundsätzlich liebevollere Art, jetzt auf meine Mitmenschen zu sehen, vermute viele interessante Geschichten bei ihnen."

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"...ein großes Dankeschön für die wunderschöne Atmosphäre, die Ihr kreiert habt. Es war ein sehr inspirierender Nachmittag. Ich hätte da noch einige Stunden sitzen können. Einen kleinen Einblick in eure Recherchen und Ergebnisse hätte ich gerne noch gehört. Dafür freue ich mich umso mehr auf Dezember!"

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"...Was sich mir sofort aufdrängte war ein Artikel,  den ich gelesen habe. Es wurde beschrieben, wie Soldaten eine Schule für Wochen als Lager okkupiert hatten, die Spuren, die sie hinterlassen hatten und vor allem die Gerüche. Sofort konnte ich es riechen, ich wurde den Geruch nicht mehr los. Und leider hat er all die wunderbaren‚ Geruchserinnerungen‘ überlagert, die ich gespeichert habe: der Geruch von blühendem Jasmin, von Babyhaut, der Geruch von Pelikanol (alter Klebstoff), von Maggi-Würze, von Harz und frisch gesägtem Holz. Ich kann gar nicht aufhören! Bin neugierig auf euer Stück."

 



Foto: Lena Brokinkel