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Seit 2015 arbeiten wir, die Regisseurin Eva-Maria Baumeister, die Dramaturgin Nina Rühmeier, die Komponistin Oxana Omelchuk, die Bildende Künstlerin Lena Thelen, die Schauspieler Fiona Metscher und die Produktionsleiterin Eva-Maria Müller an der Schnittstelle von (Musik-)theater, Performance und Hörspiel zusammen, seit Beginn 2020 gemeinsam mit der Sängerin Ute Eisenhut und dem Bratschisten Axel Lindner auch offiziell als POLAR PUBLIK e.V..

 

Polar Publik  ist eine Gemeinschaft von Künstler*innen aus den Genres Tanz, Theater, Neue Musik und Bildende Kunst, die sich in ihren transdisziplinären Projekten an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft aktuellen Verhältnissen und Situationen widmen, in denen die Phänomene Macht und Ohnmacht explizit werden. Dabei leitet sie stets die Frage, wie man die Geschichten derer fassen kann, die im akustischen Schatten stehen, die übertönt, beiseitegeschoben und nicht wahrgenommen werden (sollen). Eine Setzung für diese Befragungen ist die Begegnung zwischen unterschiedlichen Disziplinen aus Wissenschaften und Kunst, sowie zwischen professionellen Künstler*innen und Laien. Ihre Arbeiten schaffen eine poetisch-theatrale, akustisch aufgeladene Raumsituation, die die Zuschauer*innen zu einer körperlichen Erkenntniserfahrung einladen will, indem Körperlichkeit und kognitive Prozesse bewusst zusammengeführt und -gedacht werden.

Im Rahmen des zweijährigen Pilotprojekts der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes DIE STADT VON DER ANDEREN SEIT SEHEN am Schauspiel Köln, realisierten wir von 2015 bis 2017 diverse Formate im öffentlichen Raum sowie das große Abschlussfestival DIE STADT VON MORGEN. Dieses Projekt sowie die im Jahr 2017 realisierte installative Performance an der Schwankhalle Bremen TROST DEN UNTRÖSTLICHEN und die Inszenierung VERSCHWINDENDE ORTE ODER WAS UNS RETTEN KANN aus dem Jahr 2019 haben uns gezeigt, was das gleichberechtigt interdisziplinäre Arbeiten in der Vermittlung komplexer Inhalte an ein diverses Publikum vermag und wie theatrale Formen und Überlegungen auf die (Stadt-)Gesellschaft Einfluss nehmen können. Zurzeit arbeiten wir an dem einjährigen Projekt WAS SIEHST DU, WAS ICH NICHT SEHE? – eine Opernirritation mit Kindern und alten Menschen für alle! sowie an ODER WAS UNS RETTEN KANN – ein aktivistisches Archiv in Progress.


Eva-Maria Baumeister arbeitet als Regisseurin an der Schnittstelle von (Musik-)Theater, Hörspiel und Performance. Seit ihrem Studium der Theaterwissenschaften in Amsterdam und der Regie an der Folkwang Universität in Essen inszeniert sie an verschiedenen Theatern im deutschsprachigen Raum, realisierte mehrere Hörspiele in Kooperation mit dem WDR und ist zurzeit zum zweiten Mal Stipendiatin der Film- und Medienstiftung NRW. Ihre kuratorische Tätigkeit begann 2006 mit der Gründung des Festivals KALTSTART in Hamburg. In der Spielzeit 2013/14 hatte sie gemeinsam mit dem Dramaturgen Udo Eidinger die künstlerische Leitung des JUNGEN THEATERS in Göttingen inne. Von 2015 bis 2017 war sie gemeinsam mit der Stadtplanerin Isabel Finkenberger künstlerische Leiterin des zweijährigen Pilotprojekts der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes DIE STADT VON DER ANDEREN SEITE SEHEN am Schauspiel Köln. In diesem Kontext brachte sie gemeinsam mit Christian Koch und Isabel Finkenberger im Juni 2019 die Publikation KOMPLEMENT UND VERSTÄRKER - Zum Verhältnis von Stadtplanung, künstlerischen Praktiken und Kulturinstitutionen im jovis Verlag heraus. Im selben Jahr absolvierte sie eine Fortbildung an der Akademie für kulturelle Weiterbildung Remscheid:
PERFORMATIVE VERFAHREN IN DER ARBEIT MIT INTERGENERATIONELLEN GRUPPEN. Als Regisseurin arbeitete sie zuletzt an den Projekten RITUALE DES TEILENS im Rahmen des Festivals cityleaks, TROST DEN UNTRÖSTLICHEN an der Schwankhalle Bremen und VERSCHWINDENDE ORTE ODER WAS UNS RETTEN KANN. Ihr Hörspiel zu VERSCHWINDENDE ORTE wird zur Zeit vom WDR unter ihrer Regie produziert. 



Eva Maria Müller  studierte Kulturwissenschaften (Schwerpunkt: Theater, Medien und Musik) an der Universität Hildesheim und der Università degli Studi di Pavia, Italien. Seit 2010 wohnt sie in Köln, wo sie zunächst beim ENSEMBLE MUSIKFABRIK als Assistenz des Projektmanagements beschäftigt war. Seit 2011 arbeitet sie freischaffend für Institutionen,
Musiker und Komponisten der neuen Musikszene (ENSEMBLE ASCOLTA, das INSTITUT FÜR NEUE MUSIK DER HFMT KÖLN, die OFFENE JAZZ HAUS SCHULE und ON – Neue Musik Köln).
Seit 2011 arbeitet sie eng mit dem Musiktheaterkomponisten Manos Tsangaris zusammen. Gemeinsam mit ihren Kollegen des Produktionsbüros littlebit übernimmt sie regelmäßig die Organisation und Durchführung diverser Festivals (DARMSTÄDTER FERIENKURSE, FESTIVAL BONN HOEREN).


Lena Thelen studierte Theatervormgeving an der Academie Beeldende Kunsten Maastricht und assistierte nach dem Studium am Theater Bonn sowie am Schauspiel und der Oper in Köln.
Seit 2011 ist sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin tätig, u.a. bei der Uraufführung „Nullzeit“ von Juli Zeh am Theater Bonn, Regie: Sebastian Kreyer,  „Les Enfants terribles“ von Philip Glass, Oper Köln, Regie: Anna Horn, „Der Aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, am DNT Weimar, Regie: Christoph Mehler und „Faust II“ am Theater Koblenz, Regie: Christian Schlüter. Ausstattung für einen Western  sowie eine Sciencefiction Bearbeitung am Schauspiel Köln mit den Rheinischen Rebellen 60+. 
Außerdem besteht eine Zusammenarbeit mit der Choreographin Sonia Franken.

Nina Rühmeier studierte Theaterwissenschaft, Neue Geschichte und Neue deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin und der Université de Paris VIII, Vincennes-Saint-Denis. Während des Studiums Hospitanzen an verschiedenen Theatern sowie freie Mitarbeit im Verlag Bostelmann&Siebenhaar Berlin und bei der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Von 2006 bis 2011 zunächst Dramaturgieassistentin, dann Dramaturgin am Maxim Gorki Theater Berlin. Anschließend freie Dramaturgin u. a. am Schauspielhaus Zürich und für das Theaterkollektiv Franz von Strolchen. Von 2013 bis 2017 Dramaturgin am Schauspiel Köln. Seit Beginn des Jahres 2018 arbeitet Nina Rühmeier wieder als freie Dramaturgin, u. a. mit den Regisseur*innen Armin Petras, Rainald Grebe und Monika Dobrowlanska, sowie weiterhin als Gast am Schauspiel Köln.


Sonia Franken studierte Modernen Tanz mit dem Schwerpunkt Improvisation/ Komposition (BA Tanzvermittlung Codarts, Rotterdam, 2003) und angewandte Tanzwissenschaften (MA an der Hochschule für Musik und Tanz, Köln, 2013). Sonia Franken arbeitet an Performances und Interventionen im urbanen Raum mit dem Kollektiv Bauchladen Monopol und an der Schnittstelle Tanz und Bildende Kunst im El Cuco Projekt. Seit 2003 umfasst ihr choreographischer Aktionsradius Projekte und Seminare im Tanzvermittlungsbereich u.a. mit der Kölner Philharmonie, Barnes Crossing, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, der Universität zu Köln, allen weiterführenden Schulformen, diverse freie Jugendträger, Tanzvermittlung NRW und dem Bundesverband Tanz In Schule. Seit 2014 arbeitet sie im Rahmen von ChanceTanz mit Marcelo Omine an der Performancereihe „Jardim Urbano“ mit Jugendlichen im öffentlichen Raum. Sonia Franken ist in NRW als Coach in der fachlichen Begleitung tätig und seit 2018 im Vorstand des Produktionszentrums Barnes Crossing in Köln.


Fiona Metscher ist Schauspielerin, Sprecherin und Schauspieldozentin.
2018 wurde sie mit dem Kölner Darstellerpreis als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Seit dem Ende ihrer Schauspielausbildung an der „Schule des Theaters im Theater der Keller“ in Köln hat sie regelmäßige Engagements an Stadttheatern,  Privattheatern und in der freien Szene in Köln, Bonn, Dortmund, Hagen, Hannover, Koblenz, Krefeld, Mannheim und Münster. Gastspiele führten sie u.a. nach Berlin, Hamburg, München und das Schauspiel Zürich. Seit 2012 ist sie Ensemblemitglied bei „Sir Gabriel Trafique“. Dort arbeitet sie mit Kollegen vom Schauspielhaus Hamburg, Theater Dortmund, Berliner Ensemble und Schauspielhaus Bochum zusammen. Die Theaterarbeiten, an denen sie mitgewirkt hat wurden mehrfach nominiert und ausgezeichnet.
Im Fernsehen war sie u.a. in „Tatort“,„Bloch“ und „Merz gegen Merz“ zu sehen.
Seit 2007 spricht sie Hörbücher. Seit 2009 arbeitet sie regelmäßig für WDR, ARD, ZDF, SWR, DLF als Sprecherin für Hörspiele, Voice-overs und Features.

Oxana Omelchuk ist in Weissrußland geboren und absolvierte ihr Magisterstudium im Fach Komposition bei Prof. Johannes Fritsch und Studium im Fach Elektronische Komposition bei Prof. Michael Beil.  Uraufführungen bei verschiedenen Festivals (u.a. Acht Brücken Köln 2011, 2013, Münchener Biennale 2012, Donaueschingen Musiktage 2012, Eclat 2015, Wien Modern 2015 und 2018, Afekt (Tallinn) 2016, Musikprotokoll Graz 2017, Ars Musica Brüssel 2018, Warsaw Herbst 2018). Verschiedene Preise und Stipendien (u.a. DAAD- Stipendium 2003, Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln 2006, Aufenthalts- Stipendium im Künstlerdorf Schöppingen 2007, Baldreit-Stipendium der Stadt Baden-Baden 2009, Aufenthaltsstipendium in der Künstlerresidenz Villa Aurora Los Angeles, USA 2018). 2019 nominiert für den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie „Ensemble mit Elektronik“. Oxana Omelchuk tritt als Musikerin in verschiedenen Formationen auf, z.B. im Quartett "MONOPASS" mit Florian Zwißler, Mark Polscher und Luìs Antunes Pena (analog Synthesizers) und im Simon Rummel-Ensemble. 


Ute Eisenhut studierte Schulmusik (Hauptfach Cello/Klavier, Leistungsfächer Gesang/Chorleitung) an der Folkwang Hochschule in Essen. Nach dem Studium übernahm sie die Leitung der Musikschule im westfälischen Geseke. Nach Ihren Tätigkeiten in Leipzig als Sopranistin im Rundfunkchor des MDR und als Barpianistin im Hotel Intercontinental gründete sie 2002 zusammen mit dem Pianisten Graham Welsh das Duo Feuertraum, das zu einer wesentlichen Säule ihres künstlerischen Schaffens geworden ist. Seit 2007 ist sie an der Schule des Theaters im „Theater der Keller“ als Dozentin für Gesang tätig. Es folgen zusätzliche Engagements als Isolde im „Theater der Keller“ in der Uraufführung ,„Wer aus mir trinkt, wird ein Reh“. Theaterstück Parsifal – einer von uns, mit uns, unter uns im Jungen Theater Göttingen. Im Jahr 2010 begann sie die interessante Aufgabe als Stimmbildnerin und Vizechorleiterin beim Ruhrkohle Chor.


Axel Lindner wurde 1980 in Mönchengladbach geboren und studierte Jazz und Improvisation an der ArtEZ Hogeschool voor de kunsten in Arnhem sowie an der Hochschule für Musik und Tanz, Köln. Dabei absolvierte er Studien in Improvisation bei Frank Gratkowski und Paulo Álvares sowie in Musiktheorie bei Siegfried Koepf.. Er unterrichtet an der JAZZHAUSSCHULE KÖLN und Hat Teil an dem Projekt KLANGKÖRPER. Er lebt und arbeitet er als freischaffender Musiker und Komponist in Köln, lehrt Violine im Fachbereich Jazz an der Hochschule für Musik und Tanz, Köln.Bei der Uraufführung von Thomas Kesslers „Utopia II“ in der Kölner Philharmonie imRahmen der WDR-Konzertreihe „Musik der Zeit“ war er als Vokalist beteiligt. Im Jahr 2014 erfolgten weitere Aufführungen in Basel, Bern und Mulhouse.Zuletzt schrieb er die Theatermusik für Aristophanes „Lysistrata“unter Regie von Brian Michaels, aufgeführt im Rahmen des Festivals „Kulturhauptstadt Pafos 2017“ auf Zypern.